Geschichte der Stadtkirche
Die Stadtkirche St. Marien wurde bereits 1281-1283 erbaut und ist damit das älteste Gebäude der Stadt, doch die größte Bekanntheit erlangte die Kirche durch Martin Luther und Johannes Bugenhagen, die beide zu Zeiten der Reformation in der Kirche predigten. Die originale Predigtkanzel von Martin Luther können Sie heute als Leihgabe im Lutherhaus live sehen. Erleben Sie den Hauch von Geschichte in den historischen Mauern der Stadtkirche, die im Jahr 1521 Schauplatz der ersten auf deutscher Sprache abgehaltenen Heiligen Messe sowie des ersten Abendmahls mit Brot und Wein war. Kurze Zeit später, im Jahr 1525, war die Kirche außerdem Schauplatz der Hochzeit von Martin Luther und Katharina von Bora, die heute noch jährlich mit einem großen Stadtfest gefeiert wird.
Aktuelle Sonderausstellung
500 Jahre Reformationsgeschichte hautnah erleben: Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Aufnahme der Wittenberger Stadtkirche St. Marien in die UNESCO-Welterbeliste lädt eine besondere Sonderausstellung dazu ein, einzigartige Originale aus der Zeit der Reformation zu entdecken. Die Ausstellung macht die Geschichte des bedeutenden UNESCO-Welterbes auf eindrucksvolle Weise erlebbar und bietet faszinierende Einblicke in das kirchliche Leben von der Reformationszeit bis heute.
Zu den herausragenden Exponaten zählen der Ehering von Katharina von Bora, eine Lutherbibel von 1534 sowie ein mittelalterlicher Abendmahlskelch, aus dem vermutlich bereits Martin Luther das Abendmahl empfing. Ergänzt werden diese außergewöhnlichen Zeugnisse durch historische Gebrauchsgegenstände und wertvolle Archivalien, die die enge Verbindung der Stadtkirche mit der Reformation dokumentieren.
Die Stadtkirche St. Marien ist die Predigtkirche Martin Luthers und zählt gemeinsam mit dem Lutherhaus und der Schlosskirche zum UNESCO-Welterbe Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg. Die Sonderausstellung zeigt eindrucksvoll, dass die Kirche nicht nur ein historischer Erinnerungsort, sondern bis heute ein lebendiger Ort des Glaubens ist. Viele der ausgestellten Objekte werden noch immer im kirchlichen Alltag genutzt und schlagen so eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Wer die Lutherstadt Wittenberg besucht, erhält mit dieser Ausstellung die seltene Gelegenheit, authentische Zeugnisse der Reformation aus nächster Nähe zu erleben und die Geschichte eines der bedeutendsten Orte der Reformation neu zu entdecken.
Highlights der Sonderausstellung:
- Ehering von Katharina von Bora
- Lutherbibel aus dem Jahr 1534
- Mittelalterlicher Abendmahlskelch mit Bezug zu Martin Luther
- Historische Archivalien und Gebrauchsgegenstände aus über 500 Jahren Kirchengeschichte
- Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der UNESCO-Welterbestätte Stadtkirche Wittenberg
Die Sonderausstellung ist ein besonderes Erlebnis für Kulturinteressierte, Geschichtsbegeisterte, Pilger und alle, die die Ursprünge der Reformation am authentischen Ort entdecken möchten. Sie ergänzt den Besuch der Wittenberger UNESCO-Welterbestätten um eine einzigartige Perspektive auf die Geschichte der Reformation und ihre bis heute lebendige Tradition.
Das Kirchenschiff
Lassen Sie sich von den historischen Mauern der Wittenberger Stadtkirche in den Bann ziehen. Im Inneren der Kirche finden Sie unter anderem den beeindruckenden Reformationsaltar von Lucas Cranach d. Ä. und Lucas Cranach d. J. Auf der Schauseite finden Sie ein detailliertes Gemälde des letzten Abendmahls mit Martin Luther als einem der Jünger. Auch Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen sind auf dem Altar verewigt worden. Darüber hinaus finden Sie hier ein kunstvoll dekoriertes Taufbecken von Hermann Vischer, das älteste Ausstellungsstück der Kirche.
Mahnmal "Die Judensau"
An der südöstlichen Außenwand der Kirche befindet sich ein ganz anderes Stück Geschichte. Die bildhafte Darstellung der Judensau, wie sie im Hochmittelalter gängig war, ist heute als Mahnmal gegen den Antisemitismus gedacht. Zur Zeit seiner Erschaffung prangten solche „Gemälde“ häufig an Kirchen und sollten Juden verspotten. Im Jahr 1988 brachte die Stadtkirchengemeinde eine Gedenkplatte unterhalb der „Judensau“ an, die an die historischen Folgen des Judenhasses erinnern soll.
Wittenberger Kanzelreden
Die Wittenberger Kanzelreden schließen an die Tradition der Stadtkirche an, ein besonderer Predigtort zu sein. Seit vielen Jahren werden namhafte Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft, aus Kunst und Kultur, aus Wissenschaft und Politik eingeladen, um Worte ins Spiel zu bringen und Gedanken zu äußern, die anstoßen, querdenken, verändern. Die Kanzelreden in Martin Luthers Predigtkirche wollen anregen und aufregen. Im Anschluss an die Kanzelreden in der Stadtkirche bietet sich die Gelegenheit, mit der jeweiligen Kanzelrednerin bzw. mit dem jeweiligen Kanzelredner ins Gespräch zu kommen. In ungezwungener Atmosphäre können Fragen und Gedankenanstöße aufgegriffen und angesprochen werden.
Der Eintritt ist frei.
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Weitere Informationen
Januar / Februar
Montag - Donnerstag: Ruhetag
Freitag: 11.00 - 16.00 Uhr
Samstag: 11.00 - 16.00 Uhr
Sonntag: 12.30 - 16.00 Uhr
März
Montag - Samstag: 11.00 - 16.00 Uhr
Sonntag: 12.30 - 16.00 Uhr
April - Oktober
Montag - Samstag: 11.00 - 17.00 Uhr
Sonntag: 12.30 - 17.00 Uhr
November - Dezember
Montag - Samstag: 11.00 - 16.00 Uhr
Sonntag: 12.30 - 16.00 Uhr
Im Rahmen touristischer Besuche erhebt die Stadtkirche einen Erhaltungsbeitrag. Dies gilt nicht für gottesdienstliche oder amtskirchliche Handlungen, kirchliche oder kulturelle Veranstaltungen. Mit dem Eintritt erhalten die Besucher einen gedruckten Kurzführer der Kirche.
Erwachsene: 3,00 €
Ermäßigt: 1,00 €
Kombi-Ticket Schlosskirche & Stadtkirche: 5,00 € pro Person / ermäßigt 2,00 €
Die Stadtkirche St. Marien in Wittenberg kann barrierefrei besichtigt werden.
Gottesdienste finden jeden Sonntag um 11.00 Uhr in der Stadtkirche statt. Dienstag bis Freitag findet zusätzlich ein Mittagsgebet von 12.00–12.15 Uhr statt.
Öffentliche Kirchenführungen finden jeweils freitags und samstags um 14.00 Uhr statt.
Bei der ca. 30-minütigen Orgelmusik zum Wochenschluss können Sie dem Klang der Sauer-Orgel von 1983 lauschen.
Ostern - Oktober & im Advent: immer freitags um 18 Uhr
Zwischen Mai und Ende Oktober halten internationale Pastoren englischsprachige Gottesdienste in der Schlosskirche, Stadtkirche und der Fronleichnamskapelle, die Menschen aus aller Welt anziehen. Die Pastoren kommen aus den USA, Kanada und Australien und geben Touristen aus aller Welt die Möglichkeit, ihrem Glauben in der Geburtsstadt der Reformation nachgehen zu können.
Die Pastoren unterstützen die Mitarbeiter der Tourist-Information bei der Beratung der englischsprachigen Gäste und haben stets ein offenes Ohr für jeden, der sich über den Glauben, das Leben oder Probleme unterhalten möchte.
Mehr Informationen finden Sie direkt auf der Website des Wittenberg English Ministry.
Mit der WelterbeCard erhalten Sie kostenfreien Eintritt in die Stadtkirche St. Marien.
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